von der Gründung im Jahr 1923 bis 1960
Der Katholische Burschenverein Niederachdorf-Hofdorf wurde am 23. November 1923 gegründet. Bei der Gründungsversammlung waren zugegen:
Als erster Vorstand wurde Josef Kramer gewählt. Dem neu gegründeten Verein traten dann folgende Burschen bei:
Schon am 8. Dezember 1923 wurde die erste Monatsversammlung abgehalten. Hierbei wurde beschlossen, daß die Aufnahmegebühr 1 Mark und der Monatsbeitrag 20 Pfennig betragen. Die angeschafften Vereinsabzeichen wurden für einen Betrag von 50 Pfennig an die Mitglieder ausgegeben. Weiterhin entschloß man sich, viermal jährlich eine Generalkommunion zu halten. Zur Abhaltung von Singstunden wurden Gesangsbücher angeschafft. Bereits am 23. Dezember 1923 fand die erste Generalversammlung statt, da der Verein bereits auf 25 Mitglieder angewachsen war.
Zur ersten Generalkommunion fand man sich am 25. Dezember 1923 in der Kirche ein und am Tag darauf, am 26. Dezember 1923 hielt der Verein seine erste Christbaumversteigerung ab, die 153 Mark an Einnahmen einbrachte.
Ab dem 24. Januar 1924 wurde jeden Monat eine Versammlung abgehalten. Zur Stärkung im Glauben nahm der Verein vom 21. bis 24. Februar 1924 an Exerzitien im Kloster Schweiklberg teil. Aber auch die Geselligkeit wurde gepflegt und am 16. März 1924 das Theaterstück "Lustig in Ehren" aufgeführt.
Die Monatsversammlung am 4. April 1924 stand im Zeichen von vielen weiteren Burschen die aus den umliegenden Ortschaften Stadldorf, Kieflmauth, Hofdorf, Zinzendorf, Hof, Pillnach und Pondorf stammten. Das nächste Theaterstück "Der Wirt an der Mahr" wurde am 19. Oktober 1924 aufgeführt. Der Eintrittspreis hierzu betrug 60 Pfennig. Bereits am 15.März 1925 wurde schon das nächste Theaterstück "Als die Sonne erlosch" auf die Bühne gebracht und dazu der Einakter "Der Erbfeind" gespielt. Der Eintrittspreis war hierbei bereits auf 70 Pfennig gestiegen. Zwischendurch fanden ein Männerkonvent mit Lichtbildervortrag und die Christbaumfeier statt.
Am 1. Juni 1925 traf den Burschenverein ein schwerer Schlag, die beiden jungen Burschen Heinrich Lutz und Xaver Wiesbeck aus Zinzendorf fanden beim Baden in der Donau den Tod. Unter großer Anteilnahme der Burschen wurden sie im weißen Sarg zu Grabe getragen. An beiden Gräbern legte der Vorstand einen Kranz nieder. In den folgenden Monaten wurden die Monatsversammlungen eifrig fortgesetzt und mehrfach Theater gespielt. Im Jahre 1928 war dann der Kassenbestand soweit angewachsen, daß eine Vereinsfahne von 730 Mark angeschafft werden konnte. Die Fahne wurde von den Armen Schulschwestern in München/Giesing hergestellt.
Die feierliche Weihe der Fahne war dann am 19. August 1928 in der Pfarrkirche in Pondorf.
Bald darauf wurde der Gründungspräses Pater Unterholzner von Niederachdorf abberufen. Der Verein verlor dadurch einen wichigen Teil seines Anfangs. Bei der Abschiedsfeier wurde dann der neue Präses Pater Schröer eingeführt, auch er war bei den Burschen sehr beliebt.
Unter Pater Schröer wurde der Verein weiterhin sehr aktiv weitergeführt. im Jahre 1931 wurde auch Pater Schröer nach Fürstenzell abberufen, wobei er ungern vom Burschenverein Abschied nahm. Der verweiste Präsesposten wurde anschliesend von Pater Merten übernommen, doch auch Pater Merten durfte nicht lange Präses des Burschenvereins bleiben. Schon 1933 wurde er nach Irland abbeordert, um seine Sprachkenntnisse zu erweitern. Im Herbst 1933 übernahm dann Pater Weber die Präsesstelle. In dieser Zeit hatte der Burschenverein durch die nationlsozialistische Regierung schon viele Schwierigkeiten. Trotzdem wurden die Versammlungen und Theateraufführungen fortgesetzt. Auch die Generalkommunion-Sonntage und die Singstunden wurden aufrecht erhalten. Im Juni 1935 fand der erste Ausflug mit dem Auto statt. Ziel des Ausflugs war Kelheim. Ein weiterer Ausflug nach Weiern wurde mit den Studenten vom Kloster unternommen dort musizierte und spielte man in froher Runde. ab dem Jahre 1936 machte der Nationalsozialismus leider jede katholische Vereinsarbeit unmöglich. Der letzt Präses war Pater Neufeld. Der zweite Weltkrieg in den Jahren 1939 bis 1945 zerstreute die Vereinsmitglieder an alle Fronten der Kriegsschauplätze, in dieser Zeit ging auch das ganze Vermögen des Vereins verloren. Die Vereinsfahne wurde zwischenzeitlich gut versteckt, so daß sie durch das nationalsozialistische Regime nicht aufzufinden war. Um die Personen, die die Fahne versteckten, so wenig wie möglich zu gefährden, wußten nur wenige einzelne das Versteck, hierüber gibts es mehrere Versionen, doch klären wird sich dieses Geheimnis wohl nicht mehr lassen. Somit ist das Ziel, das Versteck der Fahne geheimzuhalten sogar über die Zeit des nationalistischen Regimes erreicht worden. Viele Mitglieder des Vereins sind im Krieg gefallen oder sind vermißt. Nach dem Ende des Krieges kamen nach und nach die Überlebenden aus Krieg und Gefangenschaft zurück.
Nach dem Krieg wurde am 11. Januar 1948 der Burschenverein unter Vorsitz von Pater Lauxtermann, damaliger Rektor des Klosters und der Wallfahrtskirche, wieder ins Leben gerufen. Bei der ersten Versammlung, zu der 17 Burschen erschienen waren, wurde Ludwig Rath (später Bruder Augustin) zum Vorstand gewählt. Schon am 8. Februar 1948 wurde wieder Theater gespielt, und zwar das Stück "Der Herrgottsfrevler".
Es wurde für den Burschenverein ein voller Erfolg. Gleich im April folgte das nächste Theaterstück "Der Fischer vom Taubensee" Die Monatsversammlungen und auch die Glaubensstunden wurden wieder eingeführt. Bei der Generalversammlung am 9. Juni 1948 konnte bereits ein Kassenbestand von 1300 Reichsmark verzeichnet werden. Aufgrund seiner Leistungen für den Burschenverein, vor allem beim Theaterspielen, wurde Heinrich Bemmerl zum Ehrenmitglied ernannt. Durch die Währungsreform schrumpfte der Kassenbestand auf 67,95 DM. Bei der Theateraufführung "Das Trauring" am 8. Dezember 1948 waren zahlreiche Zuschauer anwesend und brachten somit dem Verein wieder ein wenig Geld in die Kasse. Weitere Aufführungen des Burschenvereins folgten in den nächsten Monaten:
Im April 1949 mußte der Burschenverein sein Ehrenmitglied Alois Danner zu Grabe geleiten. Am 1. Mai 1949 wurde nach langer Zeit wieder ein Maibaum aufgestellt. Ein weiteres Ehrenmitglied, Josef Kramer, begleitete der Burschenverein am 7. Januar 1950 bei seinem letzten Gang zu Grabe. Am 22. Januar 1950 versammelten sich alle Burschen im Kloster, um von Präses Pater Lauxtermann Abschied zu nehmen. Er wurde durch die Ordensoberen von Niederachdorf abberufen. Vier Tage später wurde Pater Marquart feierlich als neuer Präses vorgestellt. Auch unter ihm gingen die Aktivitäten des Vereins in derselben Intensität weiter, wie das Theaterstück "Gesühnte Schuld" im Februar 1950 zeigte. Am 1. Mai 1950 wurde der alte Maibaum neungestaltet wieder aufgestellt. Der erste Burschenausflug ging am 18. Juni 1950 mit 32 Leuten zum Arber. Zum Gründungsfest des Burschenverein Dürnhart am 9. Juli 1950 wurde mit Traktor und Anhänger gefahren. Im Dezember 1950 wurde das Theaterstück "Almenrausch und Edelweiß" gezeigt.
Im Jahr 1951 hat der Burschenverein den Burschengarten neu gestaltet und zugleich mit 23 Meter langen Zaun umgeben. Die Latten hierfür ließ man aus dem umgelegten Maibaum schneiden. In vielen Arbeitsstunden wurde der Zaun in der Werkstatt von Emmeram Rath hergerichtet und gestrichen, am Schluß dann endlich war der Burschengarten eine Zierde des Ortes.
Nach 13 Jahren in Niederachdorf, wovon er drei Jahre Präses des Burschenvereins war, mußte auch Pater Marquart im September 1952 Abschied von Niederachdorf samt Burschenverein nehmen. Ihm folgte Pater Krause als Präses nach. Auf Wunsch der Stadldorfer Burschen wurden ab dem Jahre 1953 auch Versammlungen im Gasthaus Baumann in Stadldorf abgehalten. Im Januar 1953 brachte der Burschenverein das Theaterstück "Gehetztes Wild" auf die Bühne. Sein 30jähriges Gründungsfest durfte der Burschenverein am 12. Juli 1953 feierlich begehen. Der Festtag begann um 8 Uhr mit einem Standkonzert, ab 8.30 Uhr wurden die Fahnenmütter, Frau Karl und die ehemaligen Festdamen eingeholt und anschließend gedachte man im Festgottesdienst der gefallenen und vermißten Mitglieder des Burschenvereins. An das gemeinsame Mittagessen schloß sich eine Dankandacht in der Kirche mit dem Präses der Männerkongregation aus Straubing an. Zum Ausklang des Festtages gab es Tanz im Saal des Gasthaus Rath.
Pater Johann Baumann aus Stadeldorf, der in Kolumbien tätig war, durfte im August 1953 sein 25jähriges Priesterjubiläum begehen. Der Verein beteiligte sich geschlossen an seinem Jubiläumsgottesdienst. Mit tiefer Trauer geleitete der Burschenverein am 21. Oktober 1953 sein Mitglied Hubert Drescher zu Grabe, da dieser im Bergwerk tödlich verunglückt war. Die Winterzeit verkürzte der Burschenverein wieder mit seinem Theaterspiel, im November 1953 mit dem Stück "Die schöne Müllerin" und im März 1954 mit dem Stück "Der Berghofbauer und sein Sohn". Anläßlich der Versammlung im Januar 1954 hatte Vorstand Wiesbeck die ehrenvolle Aufgabe die Ernennung zu Ehrenmitgliedern samt Überreichung der dazugehörigen Ehrenurkunden an folgende Personen vorzunehmen:
Anschliesend feierte man in gemütlicher Runde. In der ersten Hälfte des Jahres 1954 hatte der Burschenverein die traurige Pflicht, gleich zwei seiner Ehrenmitglieder zu Grabe zu geleiten, am 8 Mai 1954 Xaver Hofmeister und am 15. Juni 1954 Josef Fichtl. Der Burschenausflug am 8. August 1954 führte in die Fränkische Schweiz. In der Fastenzeit 1955 brachte der Burschenverein das Theaterstück "Teure Heimat" zur Aufführung. Der folgende Burschenausflug im Juni 1955 ging in das Berchtesgadener Land und an den Chiemsee. Nach fast drei Jahren als Präses mußte auch Pater Krause Abschied von Niederachdorf nehmen, da er nach Ahmsen versetzt wurde. Als neuer Präses folgte Pater Unterholzner nach, unter dem damals als Präses die Gründung des Burschenvereins erfolgte. Am 25. September 1955 wurde das neue Kriegerdenkmal in Pondorf eingeweiht. Folgende Mitglieder des Burschenvereins sind dort anläßlich des 2. Weltkrieges aufgeführt.
Bei der Fahnenweihe des Burschenvereins Aholfing im Juni 1956 durfte der Burschenverein Niederachdorf-Hofdorf Pate sein. Mit großer Abordnung wurde zusammen mit dem Festverein Samstag und Sonntag gefeiert. Der Vereinsausflug im Juli 1956 führte in den Bayrischen Wald, wobei auch der Dreisessel bestiegen wurde. Im September 1956 wurde der Stadldorfer Vereinswirt und Ehrenmitglied Markus Baumann unter Begleitung des Burschenvereins zu Grabe getragen. Zur Besinnung im Glauben nahmen mehrere Mitglieder im Januar 1957 an einem Exerzitienkurs in Werdenfels teil. Am 29. Januar 1957 wurde die Herbergsmutter Mathilde Rath zu Grabe getragen, der Verein nahm mit der Fahne teil. Zum Faschingstanz traf man sich am 5. Februar 1957 in Stadldorf. Jeweils im Mai 1959 und 1960 führten die ersten 2-Tagesausflüge den Burschenverein nach Innsbruck und zum Bodensee. Die folgenden Jahre wurde leider keine Chronik geführt, so daß diese Zeit des Burschenvereins nur in der Erinnerung der damaligen Mitglieder und in einigen Bilder wieder auflebt.
|